Space Net Award 2026: Erlebnis und Enttäuschung

Am 22. Februar 2026 war Teilnahmeschluss für den ›Space Net Award‹ mit dem Thema »Lösung«, an dem ich mich sowohl mit der Story »In Aqua Solubilis« für die Kategorie Kurzgeschichten als auch mit insgesamt vier einzelnen Fotografien – mehrere Beiträge waren ausdrücklich erlaubt – für die Kategorie Bild beteiligte. 

Über 1400 Einreichungen soll es gegeben haben, weshalb ich überrascht war, Ende April eine Gewinnmitteilung für den Nachwuchspreis (mit 72 J.!) in der Kategorie Bild erhalten zu haben. Schade, dass es nicht die Geschichte wurde, dachte ich zunächst, freute mich aber selbstverständlich. Zu früh! Bis zur offiziellen Gewinnübergabe im Rahmen einer Gala mit geladenen Gästen im Juli sollten die Gewinner noch Stillschweigen bewahren. Im Hintergrund liefen dennoch die Vorbereitungen und ich wurde das erste Mal ›Störfall Kaufmann‹, denn zu dieser Gala in München würde ich nicht erscheinen können (Angsthase). Artig reichte ich jedoch noch für die Anthologie ein Foto und meine Kurzvita nach, stutzte allerdings kurz, als in einer Mail beiläufig von einer ›Bilderserie‹ die Rede war. Welche der vier folgenden Einsendungen den Preis erhalten sollte, war mir noch nicht mitgeteilt worden. 

‚Auflösung‘
‚Ablösung‘

Nun, die Gala fand statt und auf der Website des Space Net Award wurden die Gewinner beider Kategorien vorgestellt. Erst jetzt entdeckte ich meinen Beitrag! Irgendwo zwischen Entsetzen und Enttäuschung registrierte ich eine optisch dilettantisch gefertigte Collage mit allen vier eingereichten Fotos. Da sich alle Bild-Gewinner mit ihren Fotos für die Website einem unsinnigen Template-Korsett beugen müssen, hat man dieses Darstellungsformat hellblau unterlegt und meine Bilder willkürlich wie auf einer Pinnwand darauf angeordnet. Zusätzlich wurden nur meinen Bildern die Titel zugeordnet und daneben platziert, so dass die Darstellung noch winziger geriet. Kurz: Diese Collage ist ein gestalterischer Super-Gau! Auf Nachfrage (‚Störfall Kaufmann‘, der zweite) hatte man nur bedingt Verständnis für meine Verzweiflung, und ich wollte auch nicht den Eindruck einer verschnupften, zickigen Möchtegern-Künstlerin vermitteln. Der Award sei auch nicht die Kernkompetenz des IT-Unternehmens und man lerne ja jedes Mal (es war immerhin der siebte Wettbewerb!) hinzu. Die Jury hätte doch das ›Gesamtwerk‹ würdigen wollen.

Auf der Website wurde diese unsäglich hässliche Collage, von der jeder annehmen muss, ich hätte sie SO als meinen Beitrag eingesandt, freundlicherweise entfernt. Inzwischen wurden mir unzählige Fotos von der Gala übermittelt, deren Gäste, soweit es den Bildern zu entnehmen ist, gut gelaunt waren und einen schönen Abend genossen haben. Darunter, man ahnt es, fand sich auch das Bild meiner Gewinnübergabe (ohne meine Anwesenheit) vor besagter Collage, bei sich manche Gäste vermutlich gewundert haben, wie man mit so einem Bild überhaupt gewinnen kann. Ich schäme mich aus der Ferne und bin von Herzen nachträglich dankbar, nicht da gewesen zu sein!

Der große rote Rahmen zeigt das Format jeder Präsentation, der gestrichelte den gezeigten kaum erkennbaren. (Foto von Verfasserin bearbeitet)

Nun bin ich mir sicher, dass genau diese Collage des Grauens sich auch in der Anthologie »Lösung« finden wird, die allen Gewinnern überreicht werden sollte und überdies auch gekauft werden kann. Außer der Gewinnmitteilung habe ich allerdings bis heute noch nichts erhalten – weder Geld-, noch Sachpreis. Vielleicht auch nicht die Kernkompetenz des Unternehmens? 

Mein Fazit: Nicht über jeden Gewinn kann man sich freuen!

Mein Tipp für den Ausrichter: Gebt für die Kategorie Bild ein festes Format vor, nicht nur die Auflösung, und lasst je Teilnehmer und Kategorie nur einen einzigen Beitrag zu. Das bedeutet weniger Arbeit für die Jury und minimiert mögliche Missverständnisse. 

Geschrieben habe ich den kleinen Blogpost nicht alleine wegen meines erlittenen Frusts, sondern auch, um erneut ins Bewusstsein zu rücken, wie wichtig grafische Gestaltung ist. Die Einsicht in meine Enttäuschung wäre vielleicht allgemein nachvollziehbarer, hätte man einen Kurzgeschichtengewinner, der mit mehreren Beiträgen gewonnen hätte jeweils nur mit einem Teil der Storys vorgestellt oder in der Anthologie abgedruckt. Grafische Gestaltung – Stiefkind vieler Buchcover, zahlreicher Webseiten oder CI-Auftritte. Dabei sind die meisten von uns Augenmenschen, selbst wenn sie es bewusst gar nicht bemerken.


© Die Fotos für den Wettbewerb sind von mir – die der Preisverleihung und das Logo darf ich mit freundlicher Genehmigung von Space Net, München verwenden. Herzlichen Dank!

Digitale Abstinenz: Schreiben neu entdecken

Meine Fastenzeit »7 Wochen ohne« ist vorüber und ich habe mein gesetztes Ziel knapp verfehlt. Einige Male habe ich zudem geschummelt und habe in meinem Schreibforum eine Winzigkeit kommentiert. Meine Absicht war, die durch digitale Abstinenz gewonnene Zeit in ein Schreibprojekt fließen zu lassen, um das erste Roh-Manuskript meines Low Fantasy Romans bis Ostern fertigzustellen. Doch die Peripetie und der Showdown müssen sich noch etwas gedulden, weil der Alltag dazwischen funkte.

Ich feiere aber nicht meine Story, sondern freue mich, meinen inneren Schweinehund an die Leine gelegt und mir bewiesen zu haben, dass ich noch zu einem Minimum Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen fähig bin: 90.000 Wörter in 7 Wochen. Das mögen manche Vielschreiber belächeln, aber es ist für mich ein Meilenstein. Es werden sich auch noch etliche Wörter hinzu gesellen müssen, denn veranschlagt habe ich zunächst einen Umfang von 120.000.

Natürlich kam in den Fastenwochen oft das reale Leben in die Quere und ich habe abwägen müssen. Für mein Manuskript bedeutete das den Einsatz von Hilfsmitteln, auch um einen möglichen Flow nicht zu bremsen. Ich nenne solche Passagen »Dehnungsfugen«, denn dort steht dann statt des ausgearbeiteten Textes nur ein knapper Randkommentar, ähnlich »… näher beschreiben« oder »vgl. Recherche«, und diese Einsätze erwarten beim nächsten Durchgang eine ›Dehnung‹, einen detaillierteren Textabschnitt. 

Längst ist mein angestrebtes Projekt nicht in trockenen Tüchern (in meinem Fall werden diese Tücher allein aufgrund des Settings massive Trocknungsprobleme bekommen 😀), aber das Gerüst steht, und mit ihm wurden bündelweise lose Notizen erst zu einer neuen stabilen, homogenen Einheit verbunden, dann endlich Papiermüll. Die ersten flüchtigen Gedanken erfasste ich nämlich schon vor zehn Jahren in einem meiner unzähligen Notizbücher. Leider habe ich die Zügel immer dann schleifen lassen, wenn eine Verbindung, eine Figur oder ein Handlungsstrang nicht gefiel, was zur Folge hatte, dass mich jeder verflossene Tag erneut vom Ziel entfernte. Jetzt ist die Storyline fixiert und als Gerüst nahezu fertig. Um im Fachwerk-Bild meines vorangegangenen Beitrags zu bleiben: Die Leistungen des Architekten, der Zimmerleute und Maurer sind erbracht, aber erst die Feinarbeiten nach dem Richtfest machen das Haus bewohnbar. Ich freue mich auf diese Etappe, darauf, den Text nach meinen Vorstellungen sprachlich und stilistisch zu modellieren und bis ins Detail zu bearbeiten. Doch zuvor muss der Mörtel in Ruhe abbinden und die Story etwas ruhen. Währenddessen gönne ich mir wieder mehr Lesezeit und werde mit ein, zwei Kurzgeschichten für Wettbewerbe meine Fantasie zur kurzen Entspannung in andere Gefilde entführen.

Neben diesem für mich wichtigen Schritt im Hinblick auf das Ergebnis, hatte ich erneut – man kann es mir nicht oft genug vor Augen führen –Gelegenheit, mein Verhältnis zum Sozialverhalten (und es selbst) im virtuellen Raum zu überdenken. Was bedeutet und in welchem Maß erlaube ich es mir? Aber an dieser Stelle strecke ich frech meine Zunge raus und sage »Ätsch, privater Lerneffekt!« und behalte das Ergebnis für mich. Jeder kann das nur für sich selbst definieren.

Dennoch freue ich mich darauf, wieder öfter meine Nase ins Schreibforum zu stecken, auch um meinen Horizont nicht der Gefahr einer Schrumpfung auszusetzen, nur weil ich Angsthase zu Kontakten mit ›richtig echten, lebenden Menschen‹ 😲 seit nunmehr sechsundzwanzig Jahren kaum normalen Zugang mehr habe. In klitzekleinem Radius um meinen sicheren Hafen habe ich mich jedoch der Seite meines Steuermanns in Mini-Steps durch den Vorfrühling treiben lassen. Irgendwoher mussten die Bilder für die Collage ja kommen, es sollten unbedingt eigene sein!

Ich wünsche allen, die das lesen, entspannte Feiertage und den Besuch eines fröhlichen und empathischen Hasis, der euch mit Buchstaben gefüllte O-stereier bringt! (Wahrscheinlich sind tatsächlich nur Os drin für Romone, Godochte, Fontosy odor sowos.)


© Sowohl die Titelcollage als auch mein Hasenpfötchen sind mein ‚Werk‘.

Fachwerk-Methode: Die Dreiakt-Struktur beim Schreiben nutzen

Das Leben mitten in einer von Fachwerkhäusern geprägten Altstadt – unser Nachbarhaus könnte Geschichten aus dem Dreißigjährigen Krieg erzählen –, inspirierte mich zur Aufbau-Methode für mein aktuelles Schreibprojekt. Ich nenne sie meine Fachwerk-Methode. Schritt auf Schritt nacheinander abgearbeitet, nähere ich mich meinem Ziel. Ich bin Grundstücksbesitzer, Bauherr, Architekt, Handwerker und schlussendlich hoffentlich Hauseigentümer in Personalunion, denn ich bin Selfpublisher.

1. Das Grundstück

Zunächst suchte ich ein geeignetes Grundstück, auf das ich mein ›Gebäude‹ stellen will: das Genre und meine Zielgruppe. Wird es ein Rathaus (Sachbuch) oder ein Informationszentrum (Ratgeber), eine Fabrik (ein Kochbuch), ein Kino (Bildband, Bilderbuch), ein Campingplatz oder Zoo (Anthologie, Gedichtsammlung)

oder ein Wohnhaus (Roman)? In diesem Fall soll ein kleines Fachwerkhaus, ein Low Fantasy Roman (magischer Realismus) für eher junge Leser jeden Geschlechts, aber kein reines Jugendbuch, entstehen.

2. Das Fundament

Auf diesem Boden wird ein solides Fundament errichtet, der feste Untergrund aus einer tragfähigen Idee oder einem Pitch. Ich bekomme einen ersten Eindruck von der Größe, vom Umfang. Was soll wie erzählt werden? Perspektiven und Tempi werden fixiert. Eine Bauzeichnung (Schema, Zeitstrahl, Stammbäume) kann helfen, den Überblick zu behalten.

3. Das Skelett/Gerüst

Form follows function, war schon im Industriedesign mein persönlicher Leitfaden. Das Gebäude nimmt endlich formale Gestalt an. Schwelle und Rähm (für Akte oder Teile), Ständer (für Kapitel), Streben (für Spannungsbögen) bilden die horizontalen, vertikalen und schrägen Rahmenbedingungen für ein statisch belastbares Fachwerk-Gerüst. 

Je sorgfältiger bei dieser Struktur gewerkelt wird, desto leichter geht die Folgearbeit von der Hand. Das habe ich auf höchst frustrierende Weise erst selbst erleben müssen, nachdem ich das Projekt beinahe aufgegeben hätte. Ich beging den großen Fehler, einfach draufloszubauen bis zu dem Punkt, wo alles einstürzte. Hatte ich mich auch für dieses Buch auf meinen entdeckenden ‚Pantser‘-Instinkt verlassen, gehofft ohne Plotten nur meinen Figuren folgen und ihnen zuhören zu müssen, führten sie mich jetzt mal in die Irre, mal an der Nase herum. Warum? Weil ich in Wahrheit bloß auf einen bequemen Weg aus war. Schlussendlich half nur der Abriss! Die Rahmenstruktur hängt nicht vom Autor, sondern von der Erzählung selbst ab und die kenne nur ich. Jede Story fordert ein anderes Vorgehen. Keine fremde Struktur löste deshalb mein Problem, weshalb ich eine flexiblere, ein Mix aus Plot und Discovery finden musste. 

Das Baumaterial hatte ich noch, und so startete ich zu Beginn meiner Digital Detox Fastenzeit gänzlich neu mit der bekannten Dreiakt-Struktur: Setup, Confrontation, Resolution, also Ausgangssituation, Konflikt und Auflösung. Ausführlichere Tipps zum Dreiakter gibt es zuhauf im Internet und in vielen Ratgebern. Drei ausbaufähige Etagen sind für meine Story ideal, da sich die Zahl auch inhaltlich wiederfindet. Aber ich halte mich nicht an die empfohlene Feineinteilung des Dreiakters, in dem jedem Kapitel ein bestimmter Handlungsschritt zugewiesen wird. Das ist mir zu eng. Wichtig ist eine konstante Entwicklung der Protagonisten und eine Handlung mit Vorschub zu ermöglichen und die notwendigen Wendepunkt zu setzen, die eine Veränderung auslösen.

So plante ich den groben Plot mit zeitlichen Abläufen und fixierte alle wichtigen Eckdaten, Settings und Charaktere. Da ich auf zwei Zeitebenen unterwegs bin, muss das zeitlich korrekt recherchiert und Spannungsbögen verbaut werden! Der letzte Akt ist die Dachetage – hier spitzt sich alles buchstäblich zu! Darüber hinaus habe mich im Erdgeschoss zu einem kleinen Anbau mit dem Haupteingang, der hoffentlich einen einladenden Einstieg verheißt: den Prolog.

4. Das Dach

Die zugespitzte Dachetage ist der abschließende Höhepunkt, der Showdown. Sie ist zugleich Speicher für alle relevanten Kerninformationen. Alles läuft jetzt zusammen und verleiht dem Haus Halt.

Ich habe mich, als Pendant zum Prolog, zusätzlich für einen Epilog entschieden. Das wird meine Dachgaube. Sie ermöglicht einen kleinen Ausblick in eine neue, andere Richtung (womöglich ein Cliffhanger für einen Folgeband?). Prolog und Epilog sind keine unnützen Appendizes, sie sind geplante Anbauten und somit Teile der Form und Struktur!

5. Das Gefache

Das Gerüst steht endlich. Nun kann es Etage für Etage mit Text gefüllt werden. Für meinem Dreiakter heißt das, im Umfang etwas abweichend vom klassischen Muster, auf den 1. und 3. Teil entfallen jeweils etwa 30% (inklusive Prolog, bzw. Epilog) des Gesamttextes und auf den mittleren Teil die restlichen 40% des Gesamttextes. Am Ende des 1. und 2. Teils ist jeweils ein Plotpoint und in etwa der Mitte des 2. Teils ein Midpoint kalkuliert. Ein Roman dieses Genres hat durchschnittlich 100.000 bis 120.000 Wörter (+/- 10%). Entsprechend teilte ich mir meinen (Papyrus Autor-) Arbeitsplan grob auf. Trotzdem will ich flexibel bleiben und mich spontan für Änderungen der Kapitel- oder Wörterzahl entscheiden dürfen. 

Da ich den Plot absichtlich nicht sehr detailliert ausgearbeitet habe, ›mauere‹ ich ihn in Mini-Etappen und plane nur die nächsten Szenen oder Kapitel. Dabei nie die Logik aus den Augen verlieren! Im Mauerwerk lasse ich immer wieder Öffnungen und ›Dehnungsfugen‹, also Blankostellen für Details, die ich mit entsprechenden Randkommentaren versehe, um sie später, ohne Unterbrechung des Schreibflusses mit Feinarbeiten zu füllen. Zur Belebung werden Fenster/Ausblicke eingesetzt (kleine Abschweifungen).

6. Innenausbau

Dieser Schritt ist der finale und wichtigste! Erst durch mehrfache Überarbeitung wird das Haus zum fertigen, bewohnbaren Werk, in dem sich Bewohner und Gäste hoffentlich wohlfühlen werden. Sie ist zeitaufwendig, aber unabdingbar, will man ein ästhetisch und inhaltlich überzeugendes Ergebnis, eine Bauabnahme. Sprache, Tonalität, Stimmung, Stil, Jagd auf Fehler in Logik, Rechtschreibung und Interpunktion. Jeder hat eine andere Vorgehensweise. Während geübte und/oder talentierte Schreiber vielleicht schon nahezu druckreif schreiben, bin ich abhängig von meinen Überarbeitungen, da ich zunächst den Fokus auf die Ereignis-Abfolge richte, und erst in diesem letzten Schritt an Formulierungen feile. 

Zeit, sich gegebenenfalls Hilfe bei Zimmerleuten, Malern, Installateuren – also, Lektorat, Korrektorat, und Testleser – zu holen. Profis wären die beste, aber leider auch die teuerste Wahl und kommen für mich leider nicht in Betracht.

7. Putz/Fassade

Oft Stiefkind des gesamten Baus, insbesondere bei Selfpublishern. Und doch, das Haus benötigt Verputz, Zierrat, Schnitzerei, die den Erbauer benennen, eine Farbschema für den Schutzanstrich und Schmückendes, um zu gefallen und den einzigartigen Charakter zu unterstreichen. Beim Buch ist es die Covergestaltung, die egal, ob originell oder klassisch, aber stets werbewirksam ausfallen muss. Dem Klappentext, der Typografie und Grafik sollte sich der Bauherr oder ein Dienstleister ausgiebig und detailverliebt widmen. 08/15 bedeutet, unbeachtet in der Masse zu verschwinden.

8. Grundstücksgestaltung

Das Gebäude ist fertiggestellt, muss aber noch attraktiv in Szene gesetzt werden, einen würdigen Rahmen erhalten, ganz nach Geschmack und Intention. Nutzgarten oder Erholungsraum, für Angeber oder Ökos, junge Familie oder Senioren – kurz, die Werbetrommel für die erwünschte Zielgruppe sollte nun auf Hochtouren arbeiten. Am besten schon den Bau begleitend damit beginnen! 

Am Ende meiner oben erwähnten Fastenzeit wollte ich die Fertigstellung des ersten Rohbaus erreichen. Das wird eng werden, denn der dritte Akt ist soeben erst begonnen worden. Und doch bin ich weit gekommen nach dem Abriss, und die Motivation wurde mächtig gepusht! Vielleicht konnte ich mit meiner Vorgehensweise jemanden ermuntern, sich auch an einen eigenen Hausbau zu wagen? Möge Euch das gelingen und das Werk genauso lange überdauern wie das auf dem Titelfoto. Allerdings ist das nur ein Zweiteiler, aber immerhin mit Prolog und Epilog! 😉


Titelfoto von Anaterate auf pixabay/Foto im Text von AnnaER auf pixabay – vielen Dank!

Zukunft des Schreibens: Menschliches Genie oder KI?

Nahezu sämtliche, von mir verfolgten Diskussionen um den Einsatz von KI beim Schreiben von (vornehmlich) belletristischer Literatur scheinen mit dem Fazit zu enden: KI böse, Mensch gut. 

Es wird jedoch keine Umkehr geben, denn alles was möglich ist, setzen Menschen früher oder später um. Es geht also um den Umgang und die Akzeptanz von KI beim Schreibprozess. Selbstkritisch betrachtet, arbeiten KI und Mensch zudem längst nicht so unterschiedlich. Je früher wir einsehen, dass viele das menschliche Genie oft überbewerten und KI als seelenlos abstempeln, desto schwerer können wir die künftige Entwicklung annehmen und werden uns in der Rührseligkeit vergangener Zeiten und unserer Hybris aalen.

Auch ein menschliches Gehirn kann (wie KI) zunächst nur das speichern und ‚neu zusammenfügen‘, was zuvor hineingelangte. Ein (hoffentlich fiktiver) Mensch, der nie ein Buch las, nie Geschichten lauschte und keinerlei bildende Kontakte hatte, wird mitnichten in der Lage sein, ein Buch zu schreiben. Allein der Zugriff auf seine Seele, auf seine Emotionen reichen dafür nicht aus. Aus diesem Grund wird jedem neuen Schreibwilligen geraten, zunächst VIEL, sehr viel zu lesen, um den Gebrauch des ‚Werkzeugs‘ zu erlernen. 

Ergo: Auch wir setzen, wie die KI, genau genommen neu zusammen, was wir gespeichert haben. Da unsere Kapazität jedoch deutlich niedriger ist als die modernsten Rechner, speichern wir das ab, was uns besonders wichtig, von besonderer Tiefe oder Emotionalität erscheint – wir filtern, werten, speichern, und als Maßstab gilt unsere eigene Biografie. KI hingegen nimmt bedingungslos alles, was ihr zugeführt wird. Sie hat keine Wertvorstellung. Das bedeutet, im Kern tun wir das Gleiche, wenn wir schreiben. Ein Mensch schreibt nicht per se besser weil er aus Fleisch und Blut ist. Jede Redewendung hörten oder lasen wir schon, weshalb sie auch nicht wirklich die unsere ist. Auch unsere Plots stellen wir nur neu aus dem zusammen, was uns in Erinnerung geblieben ist und was wir dann anpassen. Das Rad ist längst erfunden. Natürlich hören wir das nicht gerne, denn wir wollen ja unsere Einzigartigkeit feiern. Wir leugnen, wir behaupten, besondere Einblicke, besondere Gefühle, eine besondere Sprache, einen eigenen Stil zu haben, aber selbst wenn das mal zutrifft, nimmt ein anderer Geist es auf und wandelt es in seine. So wie KI! By the Way: Einen Prompt für ein gutes KI-Buch schreibt auch kein Depp!

Es wird darauf hinauslaufen, dass der menschliche Geist und KI gemeinsam Texte erschaffen werden und der Leser entscheidet, ob ihn das Werk berührt, im hilft, ihn unterhält, ihn etwas lehrt, ihn in fremde Welten entführt oder nur Freude bereitet. In fünfzig Jahren wird es niemanden mehr interessieren, wie groß der jeweilige Anteil Mensch/Maschine sein wird. Das können wir bedauern, wir können heulen und mit den Zähnen klappern, aber weder verhindern noch aufhalten. Aber wir können an der eigenen Anspruchsschraube drehen in dieser Kooperation. Wir können dem Kommerz folgen und den Markt bedienen mit dem, was wie geschnitten Brot läuft. Doch sollten auch Bücher für Menschen verfasst werden, die sich dafür entscheiden, nicht nur Zeit totzuschlagen und Spaß zu haben, sondern etwas höhere Ziele verfolgen. Also Henne oder Ei? 

Der Sektor TV ist dieser Frage minimal voraus und die Entwicklung ist mehr als traurig. Das Medium befriedigt ausschließlich den Massengeschmack, je trashiger, desto besser. Ergebnis: Die Zuschauer wollen immer mehr von dem Mist. Kein Bildungsfernsehen, sondern Erziehung zum Gegenteil, womit zwangsläufig die Nachfrage steigt. In Kombination zum tumben Digitalangebot von entsprechenden Plattformen, zeichnet sich ein düsteres Bild für unsere Zukunft, unseren IQ ab. Und der Buchmarkt ist im Begriff eine ähnliche Entwicklung zu verfolgen: Bedienung des Massengeschmacks, billig und schnell produziert (KI sei Dank) für den schnellen Verzehr ohne Nachklang. In einem ist uns die Technologie überlegen: Sie ist schneller, sie ist präziser.

Wir können den fließend einsetzenden KI-Support oder sogar gänzlich von KI geschriebene Bücher nicht verhindern, aber wir können an unserem eigenen Vorlieben und dem Anspruch arbeiten. Bleiben 08/15 Bücher in den Regalen stehen (egal ob von Mensch oder KI) wird der Buchmarkt sich selbst regulieren. Angst muss letztlich nur der Schreibende haben, der schon jetzt spürt, das Rennen zu verlieren.

Ähnlich verhält es sich mit KI generierten Bildern. Und doch gab es über die Zeiten unvergessene Talente, die Herausragendes schufen. Heute dienen sie als Trainingsmaterial für einen Prompt, wie bspw. „Bitte generiere mir ein Bild von einem Mohnfeld in Stil von van Gogh“. Dennoch entsteht keine wirkliche Kunst.


Das Titelbild ist von Fran Soto auf pixabay – vielen Dank!

Fastenzeit und Kreatives Schreiben: Digital Detox

Die tollen Tage sind vorüber und für viele Gläubige hat die Fastenzeit bis Ostern begonnen, und obwohl ich Agnostikerin bin, werde ich mich der Aktion der Evangelischen Kirche, den „7 Wochen ohne“ für mich selbst im Stillen anschließen, um meinen Kompass neu auszurichten. Zu Jahresbeginn cancelte ich schon meinen Instagram-Account, werde aber in der sympathischen Schreib-Community, neben dieser Website der letzte Haltefaden meiner Vernetzung, aktiv bleiben, weshalb ich aber immer noch eine digitale Abhängigkeit spüre, die mir nicht bekommt. Der unwiderstehliche Drang, in dem Forum nicht nur zu lesen, sondern mich zuweilen darin zu verlieren und meinen Senf dazugeben zu müssen. Ich will lernen, mich etwas zurückzunehmen. 7 Wochen ‚Digital Detox‘ also.

In diesen Wochen bis Ostern möchte ich stattdessen die gewonnene Zeit primär in mein aktuelles Schreibprojekt investieren, ohne Ablenkung von Dingen, die meinem Steuer entglitten sind. Ich habe diese Form des Fastens schon früher bspw. mit Verzicht auf das Rauchen (eine gute Vorübung für das endgültige Aus), auf Zuckerkonsum (leider bis heute persönliches Minenfeld) oder auf Social Media mitgemacht und durch den befristeten Verzicht jeweils gelernt. Es hatte stets die Wirkung eines persönlichen Resets. Ich werde also bis Ostern im Forum keine Herzchen vergeben und mir Kommentare verkneifen, werde für für kurze Zeit unsichtbar. Allerdings werde ich zuweilen still mitlesen, um später nicht alles aufholen zu müssen.

Meinem Schreibprojekt, an dem ich schon einige Jahre arbeite, es immer wieder aus fadenscheinigen Gründen zurückstelle und mit erfolglosen (Ausnahme siehe unten) Kurzgeschichten-Wettbewerben prokrastiniere (hier die Neuzugänge 😆), wird diese Arbeitszeit hoffentlich den endgültigen Kick zur Fertigstellung geben. Zunächst in der Rohfassung und, wenn mich der Schlendrian nicht vorher findet, mit einer Veröffentlichung hoffentlich noch in diesem Jahr. Mal sehen, wann und ob ich ein bisschen mehr verraten kann.

Es war tatsächlich der gänzlich überraschende Gewinn (Papyrus-Seitenwind 2024, „Offene Enden“, Thriller-Finale) der aktuellsten Version Papyrus 12, meines Schreibprogramms, der den Anreiz bot, mich endlich wieder auf das zu besinnen, womit ich meine freie Zeit am liebsten verbringe: Geschichten schreiben – egal in welcher Länge.

© Obige Bilder der 2er-Collage sind Eigentum von Papyrus-Autor und wurden eigens vom Veranstalter für den erwähnten Wettbewerb angefertigt.


Das Beitragsbild wurde zum öffentlichen Download freigegeben von 7wochenohne.evangelisch.de – vielen Dank!

‚Pippi Langtrump‘ in Taka-La-La-Land

„Hey – Pippi Langtrump,
trallari trallahey tralla hoppsasa,
Hey – Pippi Langtrump,
der macht, was ihm gefällt.

Ich hab‘ ein Haus,
ein watteweißes Haus,
ein Äffchen und ein Pferd,
die schauen dort zum Fenster raus.

Ich mach‘ mir die Welt,
widdewidde wie sie mir gefällt ….“

Man kann sich unmöglich 24/7 mit Schreibprojekten beschäftigen. Die Kreativität sucht Auszeiten, während der Verstand mit Tagesnews abgelenkt ist. Doch wehe, die Beiden begegnen sich … Manchmal muss es dann einfach raus! 😲

Random Fact: Ich habe als Kind nahezu alle Bücher von Astrid Lindgren gelesen, fand jedoch nie einen Zugang zu der Figur „Pippi“, die mir schon als Kind suspekt erschien mit ihrer verrückten Fantasie, die keinen Platz ließ für Nachdenklichkeit. Alle Probleme (für Pippi schien es keine zu geben) verniedlichte sie oder überspielte sie. Sie „machte sich ihre Welt“, wie sie sie haben wollte, setzte sich dabei nicht nur über Vorstellungen anderer hinweg, sondern machte sie lächerlich. Die Kluft zwischen den Vorstellungen der Welt der Erwachsenen (jener Zeit!) und der kindlichen Wunschwelt wurde so nicht geringer, sondern vertiefte sich. So jedenfalls nahm ich es, damals noch diffus, wahr.


Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, deshalb: Die Handzeichnung stammt zwar aus meiner ‚Feder‘, wurde aber mit Vorlagensupport einer KI gestaltet, die ich mit meinen Prompts gefüttert habe. Die von mir verfremdeten Liedzeilen beruhen auf der Originalvorlage von Astrid Lindgren, die für die Fernsehserie ins Deutsche von Wolfgang Franke und Helmut Harun übersetzt wurden.

Cover Release

Fast geschafft! Die Buchdaten sind an Books on Demand übermittelt, und nun beginnt die aufregende Wartezeit bis zum offiziellen Erscheinen und der damit verbundenen Möglichkeit zur Bestellung. Hoffentlich klappt alles mit den Druckfarbergebnissen des Covers, das sich hier schon vorstellt!

Der Klappentext als Appetizer:

Zum Inhalt erscheint in Kürze eine ausführlichere Information unter dem Menü Books.

Coming Soon

Ein gebotenes Sabbat-Jahr, in dem ich kaum geschrieben habe, liegt zwischen diesem und meinem vorangegangenen Beitrag. Bisher bereicherten einige ungekürte Teilnehmer an Kurzgeschichten-Wettbewerben, neben extra verfassten, die Rubrik ›Tiny Tall Tales‹ auf dieser Website. Doch bestürzt stellte ich fest, dass es inzwischen so viele wurden, dass eine übersichtliche Menü-Führung nicht möglich ist, ohne den Tarif aufzurüsten und das Template zu ändern. Vorläufig möchte ich daran jedoch nichts ändern.

Wohin nun mit meinem neuen Shorty »Eiskalt«? In die demnächst erscheinende BoD-Anthologie »Crime between the Pages« hat er es nicht geschafft, aber, und zu dieser Überzeugung habe ich mich überredet, er hat den Einzug in ein Buch verdient. Der überraschende Gewinn des genialen Papyrus 12–Schreibprogramms war der Wink des Schicksals. Er verführte mich mit seiner erweiterten Buchdesign-Option und macht mir Mut für das spontane Zwischenprojekt.

Dreizehn Kurzgeschichten zwischen lebensweise und lebensgefährlich, zwischen elektrisierend und entspannend habe ich zusammengetragen, um, so alles wunschgemäß verläuft, es noch zu Beginn des Frühling als Taschenbuch herauszubringen. Rechtzeitig als Ferienbegleitung oder als Liegestuhl-Lesehäppchenteller oder überall dort, wo die verfügbare Zeit nur für eine kurze Geschichte reicht.

Das Büchlein ist entweder extrem schüchtern, oder es kennt schon die Gesetze des Marketings. Es kündigt sich früh an, zeigt aber noch nicht alles von sich und macht es spannend. Also gibt es zunächst nur einen verhüllten Appetizer – ein Cover undercover. Wie sagt man heute dazu passend: Stay tuned – dranbleiben!


Titelbildcollage unter Verwendung eines Hintergrundfotos auf Pixabay – vielen Dank!

Erscheinungen

Kreative Herausforderung: Eine Dystopie

Meinen letzten Beitrag „Ey Alter, verpiss dich“ auf dieser Website veröffentlichte ich vor fast drei Monaten. Wer mit seiner Meinung aus dem eigenen Schatten in die Öffentlichkeit tritt, hofft, zum Nachdenken anzuregen, zu inspirieren, Gesprächsstoff zu bereichern oder Fantasien zu befeuern. Doch ganz ehrlich: Dafür ist meine Reichweite zu gering. Aber es ist etwas Seltsames geschehen, denn ich habe mich selbst inspiriert! Aus meinen zynischen Bildern am Ende des Beitrags entstand eine Story-Idee, von deren Umsetzung ich zunächst noch keine konkrete Vorstellung hatte. Sollte es ein voluminöser Sci-fi-Roman werden, der einen umfassenden Weltenbau erfordert? Zuviel für die Botschaft! Eine Kurzgeschichte? Zu wenig Raum, um einen Handlungsrahmen zu schaffen! 

Aus dem alten Jahr wurde unterdessen ein neues. Da weckte untenstehende Werbung meine Aufmerksamkeit und ich folgte ihr bis zu den Bedingungen des dort ausgeschriebenen Wettbewerbs.* Innerhalb weniger Tage reifte die Idee zu einem Grundgerüst, das es im Anschluss auszugestalten galt. Formale Bedingungen legten etliche Steine in den Weg und wurden von manch deftigem (und, kritisch betrachtet, z.T. berechtigten) Fluch begleitet! Eine echte Herausforderung, aber sind nicht gerade sie es, die uns besondere Zufriedenheit bereiten? Ein Problem zu lösen, macht uns glücklich. Puzzle-Hersteller leben davon!

Für mich kam die kostenlose Teilnahme in vielerlei Hinsicht zur rechten Zeit, denn eine teure Veröffentlichung hätte ich mir nicht leisten können. Vielleicht ergreift noch jemand die Chance – die Frist läuft erst in rund einem Monat ab.

Aber, es ist vollbracht und ich freue mich, euch meine kleine dystopische Erzählung vorstellen zu können, die am 26. Januar erschienen ist.

Begleitet Hazel Piper die letzten zwölf Monate bis zum Ablauf ihres Final Countdown.  

Auszug aus den Teilnahmebedingungen von story.one:

  • Äußerlichkeiten zählen, denn auch dein Cover soll einen guten ersten Eindruck hinterlassen.
  • Verfasse eine ansprechende Buchbeschreibung und füge eine informative Biografie hinzu. Widme diesem Schritt ausreichend Zeit, da das Jurorenteam und die potenzielle Leserschaft nach einem Buch Ausschau halten wird, das heraussticht.
  • Jetzt beginnt die Hauptarbeit: Schreibe 12 bis 17 Stories à drei Buchseiten (das sind bis zu 3500 Zeichen inkl. Leerzeichen pro Text, abhängig von der Anzahl der Absätze) für dein Buch. Die Kapitel können zusammenhängende Texte/Geschichten darstellen oder Kurzgeschichten, die für sich selbst stehen.

Anmerkung zum letzten Punkt: Tatsächlich stehen je Kapitel insgesamt 4 Buchseiten zur Verfügung. Die erste ist stets eine reine Bildseite (Foto, Zeichnung, Zitat o.ä.), die folgenden drei (alle gilt es zu füllen!) sind Textseiten. Die angegebene Zeichenzahl ist in Wirklichkeit niedriger als angegeben, und ich musste den Rotstift nochmals richtig tanzen lassen, um mein Manuskript passend zu bekommen. Dialoge haben es bei der Art der Formatierung besonders schwer, da die Absätze zu groß ausfallen. So mussten wechselnde Stimmen sich Absätze teilen, was die Lesbarkeit u.U. einschränkt. Fazit: Grenzenlose Freiheit gibt es auch hier nicht ;o).


Titelbildcollage unter Verwendung eines Hintergrundfotos von ThankYouFantasyPictures auf Pixabay – vielen Dank!