„Häschenschule“ Twenty-twentyone

Seht, wie ihre Augen strahlen,
wenn sie lernen falsche Eier malen.
Jedes Häslein nimmt verboten
einen Pinsel in die Pfoten,
färbt die Viren, stachlig rund,
mit den schönsten Farben bunt.
Wer´s nicht kann, der darf auf Erden
nie ein Fälscher-Hase werden.

Ich bitte Fritz Koch-Gotha und Albert Sixtus post mortem um Verzeihung, dass ich ihr Werk bildlich und textlich verfremdet habe. Meine „Pfote“ tat einfach, was der Kopf wollte!

Die „Häschenschule“ war nach „Hänschen im Blaubeerwald“ das zweite Buch meines Lebens und ich gab mit fünf Jahren vor, oder besser gesagt an, lesen zu können, indem ich die (originalen) Verse auswendig vortrug und an den richtigen Stellen umblätterte.

Frohe Ostern und bleibt gesund!


Nach angegebener Vorlage urheberrechtlich geschützt © 2021 H. M. Kaufmann

„Es gibt nichts Gutes.“

Außer man tut es.

Erich Kästner

Zur Entstehungsgeschichte dieses Charitybuches wurde in den Medien inzwischen viel und ausführlich berichtet, und ich gehe davon aus, dass jeder Booknerd weiß, wie wichtig es ist, den Buchhandel durch den Kauf des Buches „Identität 1142“ (Herausgeber Sebastian Fitzek, 2020 Droemer Verlag) zu unterstützen. 

Aber auch jedes andere Buch hilft natürlich, die Vielfalt insbesondere der kleinen magischen, nach Druckerschwärze und neuem Papier duftenden Orte mit ihren prallvollen Bücherregalen zu erhalten. Letztlich helfen wir uns damit selbst, denn wer nicht zuhört, wird wortlos, wer nicht mehr liest, sprachlos. Ohne Worte, ohne Sprache ist Kommunikation unmöglich und wir könnten dann auch gleich wieder die Bäume beziehen. Es gibt eine wirklich sinnvolle Community – die der Leser und Lesebotschafter!

Ich bin, bezogen auf die Teilnehmerzahl, nur ein 1142stel dieser Idee, die ich, auch wenn ich mich dem Community-Voting für das zusätzlich erschienene eBook der beliebtesten Storys aus Prinzip verweigerte, dennoch aus voller Überzeugung mit diesem Kauftipp unterstütze! Und wenn ich schon so dreist und unbezahlt werbe, dann auch für eine der mehrheitlich ungedruckten Identitäten – meinen Kurzthriller Schaf im Wolfspelz , der nur hier zu lesen ist. Ich hatte meinen Spaß dabei!


Urheberrechtlich geschützt © 2020 H. M. Kaufmann

Verkehrte Welt

Drabble

Ich kämpfe mich kraftvoll an die Oberfläche, schnappe gierig nach Luft und sauge sie tief ein, um mit der nächsten Welle wieder hinab in das dunkle, unendliche Braun des Bodensees zu tauchen. Als ich das nächste Mal, begleitet von einem krümeligen Schwall, den ich wie eine geplatzte Blase zurücklasse, nach oben paddele, hätte ich sie sehen können – meine Sehnsuchtsinsel! Eine wundervolle, erdumspielte Oase voller geheimnisvoller Geräusche und Gerüche, inmitten meines stillen Ozeans. Aber ich sehe äußerst schlecht und meine Bestimmung ist das Durchpflügen dieses Elements. Leben und Grab. Man nennt mich Erdwerfer oder Maulwurf, aber manchmal träume ich vom Meer.


© Inhalt urheberrechtlich geschützt – H. M. Kaufman 03.07.2020

Pennyvirus?

„We all float down here!“

Pennywise in „Es“ von Stephen King

„The Stand“ of „It“? Ich hatte offensichtlich wieder viel Zeit für eine spitze Feder und war ein böses, altes Mädchen! Mr King, einer meiner Lieblingsautoren wird hoffentlich nicht pennywisig wegen meiner Pennyvirus-Neuinterpretation.


Nach erwähnter Vorlage, urheberrechtlich geschützt © 2020 H. M. Kaufmann

Das Fossil

Die Vergangenheit von morgen beweint mich mit zähen Honigtränen und reißt mich aus meiner reglosen Gegenwart. Der erste dickflüssige Tropfen fängt, der zweite lähmt mich. Goldgelbe, klebrige Hoffnung auf Unsterblichkeit umhüllt meinen Körper und meine Welt wird still. Für immer müde, für immer wach, für immer tot, für immer lebendig.

Das Verhärten meines Tränenpanzers spüre ich genauso wenig wie das Schmirgeln der Gezeiten, das meine Oberfläche rau und blind macht. Blickdichte Verborgenheit in beide Richtungen. Bald unterscheidet mich nichts mehr von den Kieseln neben mir, außer meinem Gewicht, denn sie wiegen schwer in der Brandung, doch ich bin federleicht.

Äonen verrinnen und ich treibe in ihrer Strömung, bis ich plötzlich vom Zufall gefunden werde. Es wird hell und klar, als die Sonne in das uralte Gefängnis dringt, in dem mein junger Körper zu schweben scheint. Des Zufalls große Augen blicken hinein und entdecken staunend die Vergangenheit. Eine von unendlich vielen. Meine.

Der Zufall denkt an mich, überdenkt die Zeit an sich, wenn er im Herbst den Wald atmet, der sich alljährlich bernsteinfarben entblättert. Und während die Blätter wie Honigtränen regnen, fühlt er sich ein wenig wie ich. Was wohl von seiner Winzigkeit eines Tages bleibt? Ist die Ewigkeit etwa nur ein unsichtbarer Tropfen Harz, der seine Seele konserviert?


Urheberrechtlich geschützt © H.M.Kaufmann, 16.09.2019